Urlaub in Sizilien -
"Italien ohne Sizilien macht
gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlüssel zu allem" schwärmte
Goethe am 13. April 1787 auf der "Italienischen Reise" über die größte
Insel im Mittelmeer. Sie liegt im Schnittpunkt zwischen Europa und Afrika,
nur durch eine 3 km breite Meeresstraße von der italienischen Stiefelspitze
entfernt. Nach einer alten Legende ruht sie auf drei, tief im Meer verankerten
Pfeilern, die ihre Wurzeln, den griechischen, arabischen und römischeuropäischen
Ursprung widerspiegelt. Eine Sizilienreise, sofern sie nicht nur das
Strandleben im Visier hat, kann eine Reise von Höhepunkt zu Höhepunkt
sein. Ob man an die Landschaft denkt oder an die Zeugnisse aus Geschichte
und Kultur, Sizilien ist unendlich reich an alledem: Die fruchtbaren
Hügel und Täler im Landesinnern, wo fast jeder Quadratmeter landwirtschaftlich
genutzt wird - ein Dorado des Gemüse- und Obstanbaus - kontrastieren
mit dem Ätna, dem "Berg der Berge", wie ihn die Sizilianer nennen, der
seit Menschengedenken heißen Dampf oder auch glühende speit, dem Meer,
der Küstenlandschaft und den zahlreichen vorgelagerten Inseln. Ferner
gibt es die vielen Kulturdenkmäler, Zeugen der wechselvollen Geschichte,
in der Sikuler, Griechen, Römer, Araber, Normannen und Spanier ihre
Spuren hinterlassen haben. Zu den "touristischen Höhepunkten" gehören
die Tempel der Griechen in Selinunt, Agrigent, Segesta und Syrakus,
die Amphitheater der Römer in Catania und Syrakus, die Mosaikfußböden
der Villa Casale bei Piazza Armerina sowie das römisch umgebaute Theater
von Taormina in seiner unvergleichlichen Lage.
Ein bedeutendes Erbe stammt aus dem 11.
und 12. Jh. Mit normannischen Kastellen in Paternò, Adrano, Aci Castello
und Caronía, normmanische Domen und Kreuzgängen in Catania, Messina,
Palermo, Monreale und Cefalù und mit königlichen Bauten in Palermo.
Große Veränderungen brachten das 17. und das 18. Jh., als nach den schweren
Erdbeben ganze Stadtanlagen im reinsten Barock neu entstanden wie in
Ávola, Grammichele, Pachino und Noto.

Die Insel liegt zwischen dem
37. und 38. Grad nördlicher Breite sowie dem 13. und 15. östlicher Länge,
genau in der Mitte des Mittelmeeres, an dessen engster Stelle, nur durch
die 3,2 km breite Straße oder Meerenge von Messina vom Festland, der
italienischen Stiefelspitze, getrennt. Die Entfernung nach Nordafrika
beträgt 140 km.
Umgeben von drei Meeren, dem Tyrrhenischen, dem Ionischen und dem Libyschen
Meer, bildet Sizilien die Grenze zwischen dem westlichen und dem östlichen
Mittelmeerbecken - eine für die Inselgeschichte bestimmende Lage - und
ist der Überrest einer Landbrücke , die einst Europa und Afrika verband.
Sizilien ist mit 25 426 km²
die größte der Mittelmeerinseln und die größte der 20 Regionen Italiens.
Im Altertum schwankte man, ob Sizilien oder Sardinien größer seien:
der Unterschied ist in der Tat gering, Sardinien umfasst 23 813 km².
Die anderen Mittelmeerinseln folgen mit großem Abstand: Zypern mit 9251,
Kreta mit 8835 und schließlich Korsika mit 8680 km². Antiken Quellen
zufolge hieß die Insel zunächst Trinakría, wörtlich mit "die drei Vorgebirge"
zu übersetzen. Das dazugehörende Symbol besteht aus einem Frauenkopf,
umrahmt von Schlangen und kleinen Flügeln, inmitten dreier um den Kopf
laufender, abgewinkelter Beine. Heute findet sich dieses Symbol sowohl
in überlieferten als auch in zeitgenössischen Darstellungen auf der
Insel verstreut wieder, u. a. an einem Felsendenkmal im Park der Villa
Giulia in Palermo. Später wurde Trinakría nach dem Volk der Sikaner
in Sikania umbenannt. Schließlich gaben ihm die Sikuler den endgültigen
Namen Sikelía/Sicilia.
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